Grubenbrände & Co.

Es braucht nicht unbedingt einen Schrank voller Glasuren, um Farbenspiele auf Keramikobjekten zu erzeugen... Es genügen auch ein paar Rohstoffe und jede Menge Experimentierfreudigkeit, aber auch Durchhaltevermögen und Geduld, bis man mit den Resultaten zufrieden ist!

Ich habe mir neben meinem Brennplatz im Garten eine kleine Grube gebaut und darin mit verschiedenen Zutaten wie getrockneten Bananenschalen, Kaffeesatz, Hasiböhnli, Kupfercarbonat, Meersalz usw. experimentiert. Die Zeichnungen, die diese Materialien auf den im offenen Feuer gebrannten Keramiken hinterlassen, sind faszinierend...

Daneben habe ich auch mit Rauchbränden experimentiert.

Die Resultate dieser Brenntechniken sind stark von der vor dem Brand durchgeführten Oberflächenbehandlung abhängig: je glatter und glänzender die Keramikoberfläche ist, umso deutlicher treten die Zeichnungen aus Feuer und Rauch ans Licht! Das heisst: die Oberflächen werden mit Terra Sigillata behandelt - oder poliert.

Das Polieren der rohen/ungebrannten Tonoberfläche ist mittlerweile eine meiner Lieblingsbeschäftigungen geworden. Es ist faszinierend und meditativ zugleich, wie aus einer stumpfen eine seidenweiche und je nach dem hochglänzende Oberfläche entsteht!

Nach vielen Versuchen und Experimenten poliere ich mittlerweile in der Technik von Michael Wisner, wie sie im Buch "Polierte Oberflächen im Räucherbrand" von Sumi von Dassow vorgestellt wird, d.h. ich schleife das trockene Objekt mit Schleifpapier, reibe es anschliessend mit Öl ein, befeuchte die Oberfläche mit einem feuchten Schwämmchen und beginne dann mit dem Polieren. Dazu verwende ich mit Vorliebe einen Achat.